Ein Viertel des Jahres ist vorbei, also ist es höchste Zeit auf die Adventszeit zurück zu blicken.
Als das Jahresende immer näher rückte, kam die Frage auf welcher Adventskalender es dieses Mal werden sollte. Stricken? Oder doch wieder Wolle?
Ich tendierte stark zum Wollkalender, doch als ich endlich soweit war Einzukaufen war dieser schon ausverkauft. Also doch wieder Stricken.
Die Farbpaletten von Garnmanufaktur waren wieder großartig und ich entschied mich für die namens Gletscher.

Die Entscheidung fiel auf Grund der Farben und des Garntyps den ich schon zuvor benutzt hatte. Ich verzichtete darauf mich über das anstehende Projekt zu informieren da ich die Überraschung nicht verderben wollte.
Der erste Dezember kam und ich war entschlossen dieses Mal auf Stand zu bleiben. Im Vorjahr hatte das Projekt einfach angefangen und hatte sich dann, nach und nach, gesteigert. Ich erwartete Ähnliches und war überrascht wie viel gleich am ersten Tag zu tun war. Ich schaffte es nicht den ersten Teil fertig zu bekommen und hinkte also gleich hinterher.

Ich war dieses Mal der begleitenden Facebookgruppe beigetreten und merkte schnell dass ich nicht alleine war. In den Folgenden Tagen wurden immer wieder Bilder geteilt und viele von uns konnten dem Tempo nicht folgen.
Einige Tage lang versuchte ich aufzuholen, musste aber schnell feststellen dass es hoffnungslos war. Dies zu akzeptieren nam jede Menge Druck aus dem Projekt und ich freundete mich damit an in meinem eigenen Tempo fertig zu werden. Dabei blieb immer noch die Hoffnung vor Jahresende fertig zu werden, wie im Vorjahr.
Bald wurde klar dass es sich bei dem Projekt um einen Schal handelte. Ich war zunächst nicht sonderlich begeistert da ich verschiedene handgewebte Schals habe. Ich brauchte eigentlich keinen weiteren.
Nach und nach stapelten sich die ausgedruckten Anleitungen und ich bemühte mich stetig weiter zu kommen und den Anschluss nicht völlig zu verlieren. Da ich so nicht tageweise arbeiten konnte musste ich immer aufpassen mit der nächsten Anleitung auch die Farbe zu wechseln.
Anders als im Vorjahr brachte dieses Mal jeder Abschnitt ein neues Muster. Einige davon gingen leicht von der Hand, einige waren schwieriger und manche brachten mich an den Rand der Verzweiflung. Aber am Ende meisterte ich sie alle und lernte dabei einiges. Verschiedenen Techniken war ich noch nie zuvor begegnet.

Mitte Januar war ich endlich fertig. Das Resultat sah umwerfend aus und mir gefiel besonders dass Zusammenspiel von Farben und Mustern. Da der Schal sehr lang war und ich keine Verwendung für einen weiteren hatte entschied ich mich für die Option das ganze zum Loop zusammen zu nähen.



Der Loop zeigte sich als warm und kuschelig und ich bin wir sicher dass er viel in Gebrauch sein wird wenn die Tage wieder kälter werden.
Was gefiel mir am Gesamterlebnis?
- Das Design des Projekts war umwerfend.
- Die Gruppendynamik war nett und es machte Spass den Fortschritt zu teilen und sich gegenseitig bei Fragen zu helfen.
- Ich bewegte mich oft außerhalb meiner Komfortzone und lernte dadurch viel.
- Das Ergebnis war toll und etwas was ich sonst wahrscheinlich nie ausprobiert hätte.
Dinge die mir weniger gefielen:
- Mir fehlte das typische Kalender Gefühl. Der Rest der Familie hatte klassische Kalender mit Türchen. Diese tägliche Überraschung war bei mir nicht gegeben, besonders da der tägliche Ausdruck auf dem Stapel landete und meist erst Aufmerksamkeit erhielt wenn er an der Reihe war.
- Die Arbeit am Schal verdrängte andere Projekte die erst mal liegen blieben. Dies war besonders frustrierend da ich es nicht schaffte auf Stand zu bleiben.
Werde ich es nächstes (dieses) Jahr wieder machen?
Ich kann es ehrlich nicht sagen. Die Versuchung wird wahrscheinlich da sein aber vielleicht wird es wider der Woll-Kalender um etwas Abwechslung zu haben. Oder vielleicht etwas ganz anderes? Wir werden sehen.
Ach, ja, das Bonusprojekt um die Reste zu verarbeiten. An dem stricke ich immer noch,

