Fäden und mehr….Threads and more

Dieses Projekt war mal wieder ein Paradebeispiel dafür dass das Leben der größte Feind jeglichen Fortschritts ist. Nach meinen Unterlagen hatte ich im Januar damit begonnen den Webstuhl einzurichten, aber es sollte bis Juni dauern bis die Ergebnisse sichtbar wurden.

Alles begann mit dem Wheel Magazin Nr. 33 und dem Artikel Thoughtful Towels von Stefan Moberg. Beim Lesen war mit sofort klar dass ich dieses Projekt ausprobieren wollte. Ich hatte von Waffelgeweben gelesen und wollte diese schon immer ausprobieren. Bisher hatte sich aber nie eine passende Gelegenheit ergeben. Ich hatte viele verschiedenen Geschirrtücher ausprobiert, aber an Badetücher hatte ich nie gedacht. Somit war dieses Projekt etwas völlig neues für mich und musste einfach ausprobiert werden.

Da ich weder mit der Webstruktur noch mit dem angegebene Garn (Ashford Baumwolle 5/2) Erfahrungen hatte, entschied ich mich die Vorgaben im Artikel möglichst genau umzusetzen. Ich musste lediglich die Fadendichte etwas auf mein metrisches Blatt anpassen. Ich spiele gerne mit Blautönen, daher suchte ich mir drei verschiedene Farben aus der verfügbaren Farbpalette aus.

Der Preis erschreckte mich ein wenig. Ich hatte ausgerechnet dass ich mindestens 3 Konen von jeder Farbe brauchen würde und lag damit bei über €160. Während des Kette Schärens war ich dann etwas enttäuscht von der Qualität. Mehrfach musste ich Stücken wegen Knoten oder sich auflösendem Garn herausschneiden.

Ich hatte mich für 4 cm breite Farbstreifen entschieden die sich über die Breite der Kette acht Mal wiederholten. Im Nachhinein hätte ich diese breiter wählen sollen da das Muster visuell etwas unruhig war.

Das Einrichten des Webstuhl verlief ohne Probleme. Wie üblich dauerte das Fadeneinziehen am längsten. Etwa vier Arbeitsstunden über etwa eine Woche verteilt standen am Ende im Protokoll.

Für das erste Badetuch wählte ich Schussstreifen in der selben Breite wie die der Kette. Schnell wurde deutlich wie unruhig das Webbild dadurch wurde. Für das zweite Badetuch vergrößerte ich die Breite daher auf das dreifache um das ganze etwas zu entzerren.

Leider saß das Projekt mehrere Monate unvollendet auf dem Webstuhl da das Leben mal wieder andere Pläne hatten. Als ich mich dem Ganzen endlich wieder widmen konnte musste ich feststellen, dass ich das zweite Handtuch nicht auf die volle Länge von 2m bekommen würde. Mindestens 20 cm Kette fehlten dafür. Ich schaffte es nicht mal den Saum in Leinwandbindung am Ende zu setzen.

Die angestrebten Vertiefungen im Muster waren schon auf dem Webstuhl gut sichtbar. Nach dem Abnehmen wurden diese noch deutlicher. Nach dem Säumen kamen die zwei Stücke in die Waschmaschine wo die eigentlich Magie stattfand. Das besondere and Waffelgeweben ist, dass durch die Webstruktur die Fäden in unterschiedlichen Maße einlaufen. Dadurch entsteht die 3 D Struktur mit ihren Vertiefungen. Dieser Vorgang gelang wunderbar und brachte einen schönen, weichen, dicken Stoff zu Tage der sich super als Handtuch eignet, ganz wie der Artikel versprochen hatte.

Der Nachteil ist, dass der Stoff ziemlich stark einläuft. Beide Handtücher waren nach dem Abnehmen 88 cm breit, nach dem Waschen waren es nur noch 66 cm. Ich finde diese Breite fast zu schmal, aber ich hatte schon fast die gesamte Webbreite des Webstuhls ausgenutzt. Das erste Handtuch war in der Länge von 2m auf 1,45 m geschrumpft, das zweite war sogar nur 1,29 m lang.

Das Umnähen der Ränder bereitete einige Probleme. Ich bin noch nicht ganz sicher ob es am dicken Stoff oder an einem Fehler der Nähmaschine lag.

Das Endresultat waren zwei schöne Badehandtücher. Beim nächsten mal würde ich bestimmt das Muster verändern, aber ich kann mir gut vorstellen weitere Experimente dieser Art zu starten.


One response to “Badetücher”

  1. […] im letzten Jahr meine Ziele formuliert habe stand ein Projekt in den Startlöchern. Es müssen die Badetücher gewesen sein. Das war ein spannendes Projekt und ich habe einiges dazugelernt, was immer eins […]

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