In letzter Zeit handeln auffällig viele Beitrage von Produkten der Garnmaufaktur. Das liegt zum einen daran dass ich immer wieder Produkte finde denen ich nicht widerstehen kann, zum anderen handelt es sich meist um Projekte die sich fürs neben bei beim Fernsehen Stricken (oder Häkeln) eignen. Diese Projekte werden zwangsläufig früher oder später fertig während andere Dinge, die mehr Zeit und Aufwand benötigen, gerne mal für längere Zeit in Vergessenheit geraten.
Kurz vor Weihnachten weckte ein Produkt meine Aufmerksamkeit, eine Socken Box. Darin enthalten einige Sockengarne und ein Anleitungsheft. genau das richtige um sich mit dem Thema Socken Stricken zu beschäftigen. Und das Garn sollte maschinenwaschbar sein.
Und es handelte sich um ein zeitlich begrenztes Angebot.
Also bekam der Weihnachtsmann einen (ordentlichen) Schubs und diese Schatzkiste landete unter dem Weihnachtsbaum. Darin befanden sich verschiedenen Farben von zwei unterschiedlichen Garnarten, alle in meinen geliebten Blautönen. Beim Durchblättern des Anleitungshefts stelle ich schnell fest dass die meisten Modelle zu kompliziert waren um sie nebenbei zu stricken, aber auch zu verführerisch um sie nicht auszuprobieren.

Sets 1 & 2 – Streifen
Für den ersten Versuch suchte ich mir ein Streifenmuster mit relativ einfacher Stricktechnik aus. Der Große Nachteil bestand allerdings darin dass dafür zwei unterschiedliche Knäule Garn nötig waren. Daher war es kein portables Projekt und die Knäule fingen relativ schnell an auseinander zu fallen was die Handhabung zusätzlich erschwerte.

Positiverweise passte die Maschenprobe genau und ich konnte die Anleitung 1:1 übernehmen.

Ich brauchte ein wenig um das Prinzip der Ferse zu kapieren. Wie so oft stellte das Durchlesen der Anleitung mich vor Rätsel. Aber Schritt für Schritt wurde alles klarer und produzierte das gewünschte Resultat.
Ich war mir nicht sicher was ich von dieser Art von Ferse halten sollte. Der Socken sah etwas unförmig aus und die Ferse erschien ziemlich weit. Auch das Stricken war etwas komplizierter da nicht mehr nur zwischen den Farben sonder auch zwischen Nadeln von linken auf rechte Maschen gewechselt wurde um eine glatte Unterseite zu bekommen.
Der erste fertige Socken hatte einen interessanten Farbverlauf von blau nach grün. Ich strickte mit dem vorhandenen Garn weiter und bekam einen zweiten Socken in gelb-grün.
Beide Socken sahen völlig verschieden aus.

Ich sah mir das verbliebene Garn an und beschloss mit der Außenseite des Knäuels anfangend noch eine Socken zu stricken. Dies ergab einen weiteren gelb-grünen Socken. Aus dem Rest konnte ich dann einen weiteren zaubern der den Farbverlauf des ersten in umgekehrter Reihenfolge zeigte.
Nach dieser Operation hatte ich zwei zusammenpassende Paare. Diese haben die Wäsche inzwischen mehrfach erfolgreich überstanden.

Die Ferse gefällt mir tatsächlich nicht so wirklich. Die Socken sitzen etwas unförmig auf dem Fuss. Ich vermute dass es zum Teil daher kommt dass ich den Fussteil zu kurz gestrickt habe und daher die Ferse nach unten gezogen wird.
Set 3: – Käppchenferse
Für den nächsten Versuch griff ich wieder auf das Buch Socken Stricken von Manuela Burkhardt zurück. Ich wollte das Stricken einer Käppchenferse üben und suchte mir ein Modell mit einer heraus. Das gewählte Modell (Kräutergarten) ließ sich ohne Probleme stricken und ich musste nur selten eine Blick in die Anleitung werfen.
Die Maschenprobe passte und ich musste nichts neu berechnen.
Nach Anleitung gestrickt, erhielt ich zwei gut passende Socken. Allerdings stört mich die Ferse ein wenig. Die Naht sitzt so ungünstig unter dem Fuss dass sie bei längerem Tragen anfängt zu drücken. Diese Fersenart wird wahrscheinlich nicht zu meinen Lieblingsvarianten aufsteigen.

Set 4: – die Langen
Es zog mich zurück zum Anleitungsheft. Bevor ich dieses in Händen hielt hatte ich keine Ahnung dass es möglich ist Socken von unten nach oben zu stricken. Ich hatte es anders herum gelernt und immer so gemacht.
Da ich es liebe neue Dinge auszuprobieren musste ich auch diese Methode testen.
Ich suchte mir für den Anfang ein einfaches Model ohne komplizierte Muster aus. Beim Lesen der Anleitung wusste ich, wie so oft, nicht wie das Ganze funktionieren sollte. Ich folgte also der Anleitung Schritt für Schritt und erhielt tatsächlich eine Sockenspitze. Faszinierend.

Beim Aufnehmen der Maschen für den Fußteil entstand ein leichter Farbbruch aber dieser war nicht sonderlich schlimm und sitzt am Ende eh unter dem Fuss.

Dummerweise hatte ich die Längenangaben in der Anleitung falsch verstanden und die Länge des Fußteils gemessen ohne die Spitze mit einzubeziehen. Dadurch war der Fuß viel zu lang.
Ich beschloss einfach weiter zu machen und mir am Ende jemand mit passenden Füßen zu suchen.
Das Endergebnis war brauchbar. Allerdings war die Maschenzahl für einen kleineren Socken berechnet worden und dadurch war das Bündchen ziemlich eng. Ich musste Extramaschen einfügen damit der Rand beim Abketten nicht zu eng wurde.

Trotz dieser Komplikationen gefällt mir diese Methode. Die Spitze sieht wesentlich besser aus als es bei mir meistens der Fall ist. Ich werde auf jeden Fall weiter mit dieser Art zu stricken experimentieren.
Set 5: – Alles noch einmal
Gesagt – Getan. Ich versuchte mich an der Unten nach Oben Methode gleich nochmal in der Hoffnung dieses Mal bei der richtigen Größe zu landen.
Ich wählte wieder ein simples Modell mit einigen einfachen Verzierungen im oberen Teil.
Ein Nachteil dieser Methode ist dass sich die Farben im Bereich der Spitze anders verteilen da in Hin- und Rückreihen und nicht in Runden gestrickt wird. Dies ist jetzt, je nach Garn, kein großes Problem aber man sollte es im Kopf behalten.
Dieses Mal achtete ich darauf die korrekten Maße einzuhalten und das Hebemuster im Oberen Teil ging gut von der Hand. Allerdings werden die Socken dadurch etwas eng und unflexibel.
Auch mit den korrekten Maßen finde ich die Socken etwas weit und unförmig. ich werde also wahrscheinlich kein Fan dieser Fersenart mehr. Wie störend dies wirklich ist wird sich beim Tragen der Socken zeigen.
