Fäden und mehr….Threads and more

Eines meiner ersten Projekte als ich nach längerer Pause meine Leidenschaft fürs Weben wiederentdeckte waren regenbogenfarbene Geschirrtücher. Am Anfang war es eigentlich nur eine Regenbogenkette. Auf der Suche nach passendem Kettgarn lachten mich die leuchtenden Farben so an dass ich mich gar nicht entscheiden konnte und so wurde es eine bunte Kette.

Die daraus entstandenen Geschirrtücher waren toll, aber zwei Dinge hatten mich immer gestört.

1.) Ich hatte dünne (16/2) Baumwolle als Doppelfäden benutzt. Und das führte zu endlosem hin und her Spulen von Garn um eben diese Doppelfäden zu erhalten. Dies war nicht nur mühsam sonder verschlang auch unglaublich Zeit.

2.) Nachdem ich mit weiteren Projekten herumgespielt hatte, war ich mit der Originalgröße der ersten Regenbogentücher nicht mehr zufrieden. Bei den Folgeprojekten tendierte ich zu größeren Geschirrtüchern und die Regenbogentücher wirkten daneben fast winzig.

Daher hatte ich schon länger mit dem Gedanken gespielt eine Neuauflage zu versuchen.

Dieses Mal entschied ich mich für 8/2 Baumwolle, also doppelt so dick. Leider waren einige der Originalfarben in dieser Stärke nicht verfügbar so dass ich die Farbschattierungen leicht anpassen musste. Trotzdem entstand ein schöner Regenbogen und ich konnte loslegen.

Beim Ketteschären fiel auf, dass sich die Zapfen auf dem Schärrahmen unter der Spannung der Fäden leicht bogen. Dies lieferte endlich eine Erklärung für die Spannungsprobleme und ungleichen Längen die mir bei vorherigen Ketten das Leben schwer gemacht hatten. Leider habe ich noch keine Lösung für dieses Problem gefunden, aber immerhin weiß ich jetzt worauf ich achten muss.

Nachdem das Kettebäumen geschafft war, lief alles wie am Schnürchen. Das wunderbare an einem Projekt wie diesem ist, dass eine Vielzahl an Farbschattierungen entsteht, die Webstuktur aber eine einfache Leinwandbindung ist.

Die größte Herausforderung war es die richtige Größe für die einzelnen Farbsteifen zu finden. Die Geschirrtücher sollten eine Größe von ca. 40×60 cm erreichen. Dafür hatte ich eine Webgröße von ca. 50×80 cm errechnet. Beim ersten Versuch webte ich Streifen von 5 cm Höhe. Damit war die angestrebte Größe nicht sinnvoll zu erreichen. Für alle weiteren Tücher hielt ich mich an 4 cm hohe Streifen und konnte jedes Mal sehr dicht an die angestrebte 80cm Marke herankommen.

Eine weitere Herausforderung lag in den ständigen Farbwechseln. Dafür brauchte es immer mindesten sechs Spulen und oft musste ich während eines Streifens neu wickeln, da keine Spulen für eine Reserve frei waren.

Die acht Meter lange Kette ergab am Ende acht fertige Geschirrtücher, inklusive dem kürzer geratenen Ersten.

Das Umnähen des Saums gestaltete sich problematisch, da die Nadel immer wieder Fäden des Gewebten zerfetzte. Mit etwas Expertenrat ergab sich dass die Ursache in einer stumpfen Nadel lag. Nachdem ich diese getauscht hatte lief alles wieder nach Plan.

Ich bin mit der Haptik, der Größe und den Farben sehr zufrieden und muss keine Veränderungen an dem Entwurf vornehmen, sollte ich mehr von diesen Farbwundern produzieren wollen.


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