Fäden und mehr….Threads and more

Diese Jahr, oder korrekter gesagt, letztes Jahr, wandelte ich mit meinem Adventskalender auf neuen Pfaden. Durch Zufall (oder was es cleveres Marketing?) wurde ich auf den Adventskalender von Garnmaufaktur aufmerksam.

Die Idee dahinter ist einfach. Man bekommt 24 Garnknäule und im Dezember jeden Tag einen Teil der Strickanleitung per Email.

Tagelang debattierte ich mit mir ob ich mich in dieses Abenteuer stürzen sollte. Das ganze Set war nicht günstig, und Stricken ist keine meiner Kernkompetenzen. War dies das richtige für mich?

Aber die Farbverläufe der verschiedenen Boxen waren einfach zu schön um ignoriert zu werden. Außerdem hatte ich noch so viel von den Faserkalendern der letzten Jahre übrig dass es angebracht schien einen neuen Weg einzuschlagen. Also gab ich nach und bestellte die Box. Nach ein paar Tagen hielt ich sie in der Hand und bestaunte die tollen Farben. Der stabile Pappkarton ist ideal um das ganze Projekt sicher aufzubewahren.

Jetzt musste ich nur noch bis Anfang Dezember warten. Am Morgen des ersten Tages flatterte der erste Teil der Anleitung in mein Postfach. Ich brauchte etwas um zu verstehen wie die Anleitung funktioniert und die verschiedenen Symbole zu entschlüsseln. Die Anleitung ist in Deutsch und Englisch verfasst. Möchte man sie ausdrucken, was ich hilfreich fand, sollte man darauf achten nur die benötigten Seiten auszuwählen.

Der erste Teil war für mich ein kleines Abenteuer. Ich brauchte etwas um zu verstehen was ich tun musste, und das Lesen der Rückreihen von Links nach Rechts war etwas verwirrend. Aber am Ende sah das Ergebnis in etwas so aus wie auf dem Bild der Anleitung also war der Start gelungen.

Über die nächsten Tage fuchste ich mich immer mehr ein und kam immer besser zurecht. Von Tag zwei an enthielt die Anleitung nur noch jede zweite Reihe da alle Rückreihen links gestrickt wurden. Das machte das Lesen einfacher.

Alles lief gut, bis Tag fünf. Jeder neue Abschnitt ging gut von der Hand und ich war überrascht wie viel Garn jedes Mal übrig war. Aber dann kam der erste große Rückschlag. An Tag fünf stellte ich fest dass in meiner Stricknadel ein feiner Riss aufgetaucht war an dem das Garn ständig hängen blieb.

Es half alles nichts, ich brauchte neue Nadeln. Da ich eh Geld investieren musste entschied ich mich für ein Set mit austauschbaren Nadelspitzen und Kabeln. Damit kann Größe und Länge der benötigten Nadel jederzeit angepasst werden. Nun wartete ich also ein paar Tage auf die neuen Nadeln und konnte solange nicht weiter machen.

Als ich edie neuen Nadeln endlich in Händen hielt bemühte ich mich das liegengebliebene aufzuholen. Als ich endlich auf Stand war befand ich mich inmitten einer Mustersequenz die mir fortlaufend Kopfschmerzen bereitete. Irgendwo hatte sich ein Fehler eingeschlichen und hatte Teile des Musters verschoben. Die Anzahl der Maschen auf meiner Nadel passte nicht zu den Angaben in der Anleitung. Ich kämpfte mich so gut es ging vorwärts und versuchte den entstandenen Schaden möglichst gering zu halten.

Danach benutzte ich Maschenmarker für die verschiedenen Abschnitte um Fehler schnell zu erkennen und zu korrigieren.

Jeden Tag wurden die neuen Abschnitte größer und verbrauchten immer mehr Garn. In den letzten Tagen schaffte ich es nicht mehr Schritt zu halten. Ich bemühte mich jeden Tag so viel wie möglich zu schaffen, aber die Anleitungen begannen sich zu stapeln.

Daher schaffte ich es nicht das Projekt bis Weihnachten abzuschließen. Mich störte das nicht wirklich, aber wenn man das Endprodukt verschenken will könnte es zu einem Problem werden. Bis zum Jahresende hatte ich es dann endlich geschafft.

Länger hatte ich mich schon geragt was ich mit dem übriggebliebene Garn anfangen sollte. In den ersten Tagen war es recht viel gewesen, bei den letzten Abschnitten wesentlich weniger.

Am letzten Tag gab es dann zusätzlich zum letzten Teil eine Anleitung für ein Bonusprojekt. Aus dem übrig gebliebenen Garn sollte in umgekehrter Reihenfolge ein Poncho gestrickt werden.

Ich fing gleich damit an und kam zügig voran. Das Muster wiederholte sich und schnell war es nicht mehr nötig in die Anleitung zu schauen. Spätestens jetzt war ich froh in das neue Nadelset investiert zu haben. Die ersten Reihen des Projekts passten so gerade eben auf das kürzeste Kabel, aber nach und nach musste ich zu den größeren wechseln.

Ich würde gerne berichten was am Ende dabei herauskam, aber ich stricke immer noch (Stand 15.3.24). Erstaunlicherweise benötigt das Bonusprojekt also wesentlich mehr Zeit als das Ursprüngliche.

Zusammenfassend kann ich sagen dass das Erlebnis durchaus spannend war. Ich brauchte etwas um mich an das Garn zu gewöhnen. Es besteht aus mehreren dünnen, zusammengewickelten Fäden und am Anfang war es nicht ganz einfach zu stricken ohne die Fäden zu spalten. Es ist aber diese Eigenschaft welche die tollen Farbverläufe ermöglicht da für jeden neuen Teil ein Faden durch eine neue Farbe ersetzt wird.

Postitiv ist dass alle Garnknäuele deutlich markiert und nummeriert sind, so dass man leicht den Überblick behält. Der Karton hilft das ganze sicher aufzubewahren.

Hat man das Prinzip der Anleitungen erst einmal verstanden lassen sich diese gut befolgen. Manchmal wiederholden sich einige Schritte so dass man aufpassen muss in welcher Reihe man sich gerade befindet.

Meiner Erfahrung nach ist es durchaus möglich diese Projekt mit durchschnittlichen Strickfähigkeiten zu bewältigen. Man sollte allerdings damit rechnen nicht alles in den 24 Tagen fertig zu bekommen um nicht in un-vorweihnachtlichen Stress zu verfallen.

Ein Blick auf den Fortschritt:


One response to “Festliches Stricken”

  1. […] plötzlich da. Mir hatten die Farbwechsel im Stickadventskalender unglaublich gut gefallen.( Festliches Stricken) Das Material ist eine Mischung aus Baumwolle und Polyacryl und soll bei 40°C waschbar sein. Ideal […]

    Like

Leave a comment