Der Dezemberbeginn braucht etwas was in dieser Gegend selten geworden ist, Schnee. Viel Schnee. ich war davon so überrumpelt dass ich überhaupt nicht darauf vorbereitet war auch nur an Schneefärben zu denken.
Schneefärben ist eine Technik über die ich in irgendeinem Wheel Magazine gelesen hatte, ich kann nicht mehr sagen in welcher Ausgabe. Dabei wird Schnee über das Färbegut gehäuft und das ganze mit Farbe beträufelt. Sobald der Schnee schmilzt verteilt er die Farbe und bildet einzigartige Farbmuster. Es ist einer dieser faszinierenden Prozesse bei denen man nur wenig Kontrolle über das Endergebnis hat.
Ich hatte das ganze vor einiger Zeit schon mal versucht, als Schnee lag. Bei dem Versuch hatte ich ein Metalgitter über die Badewanne gelegt. Das Resultat war eine wild verschmierte Badewanne und ein rostiges Gitter.
Deshalb zögerte ich dieses Mal ob ich einen weiteren Versuch starten sollte. Das Gitter war unbrauchbar und ich hatte keine Lust auf eine erneute Sauerei.
Nach etwa drei Tagen begann der Schnee zu schmelzen und zwang mich zu einer Entscheidung. Ich kam auf die brillante Idee eine meiner Plastikboxen zu nehmen. Normalerweise benutzte ich sie um Wolle aufzubewahren. Meine Abtropfwanne die ich beim Färben oder Waschen von Projekten unterstelle diene als Auffangbecken.

Ich hatte noch einige Seidentücher die ich für diese Art von Projekten gekauft hatte. Ich musste sie zusammenfalten um in die Kiste zu passen, war aber davon überzeugt dass der schmelzende Schnee die Schichten durchdringen würde. Ein Eimer Schnee war schnell im Garten gesammelt. Der Schnee war schon ziemlich feucht und pappig.



Ich rührte meine Ashford Farben an ohne genaue Mengen abzumessen, da ich vergessen hatte die Seide vorher zu wiegen. Ich entschied mich für rot, blau und gelb in der Hoffnung einen Regenbogeneffekt zu erzielen.

Nachdem ich die Farben auf dem Schnee verteilt hatte hieß es warten. Der Schnee schmolz im Keller nur langsam und so musste ich bis zum nächsten Tag auf das Ergebnis warten.


Auf den ersten Blick schien es als sei nur wenig passiert. Die Farben hatten sich weniger vermischt als ich erwartet hatte. Um die Farben zu fixieren benutze ich meist einen alten Sterilisator für Babyflaschen der für seinen eigentlichen Zweck kaum genutzt wurde sich aber für das Färben bewährt hat. Beide Seidentücher wurden zwei Mal gedämpft, wobei ich sie nach der ersten Runde auseinander faltete.


Endlich wurde das Ergebnis des Experiments sichtbar. Auch wenn es nicht der Regenbogeneffekt war den ich mir erhofft hatte, war das entsendende Muster doch sehr interessant. Interessanterweise waren beide Tücher am Ende total unterschiedlich obwohl ich die Farben ähnlich verteilt hatte. So sind beide echte Unikate.


Jetzt bleibt nur noch die Ränder zu rollieren, war erfahrungsgemäß ewig dauert.