Fäden und mehr….Threads and more

Vor einiger Zeit hatte ich mich schon einmal am Weben mit dem Ashford Wavy Shuttle probiert. Damals war ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden und wollte schon lange einen neuen Versuch starten.

Das Wavy Shuttle ist, wie der Name verrät, ein Webschiffchen für den Gatterkamm-Webrahmen mit gewellten Rändern. Damit kann das Schussgarn wellenförmig angeschlagen werden um interessante Muster zu erzeugen.

Nachdem was ich gelesen hatten, ist es am Besten ein Garn zu verwenden dass nicht zu glatt ist damit es beim weben nicht verrutscht. Daher suchte ich mir für diesen Versuch eine meiner Lieblingswollsorten, Polwarth, aus. Diese Wolle ist weich genug für einen Schal, gut zu spinnen aber nicht so glatt wie z.B. Seide oder Seidenmischungen.

Um auf Nummer sicher zu sein erstellte ich sechs Stränge zu jeweils ca. 100g, vier für die Kette und zwei als Schussgarn.

Um dem Wellenthema gerecht zu werden färbte ich das Kettgarn dunkel blau und das Schussgarn mit zwei helleren Schattierungen blau. Das Garn sah toll aus und versprach ein interessantes Projekt.

Ich bäumte meine üblichen 2+ Meter für einen Schal, mit 4 Fäden pro cm auf einer Breite von 35 cm. Ich wählte diese Breite da ich mir nicht sicher war wie viel Einwebung die Wellen verursachen würden. Letztendlich brauchte ich nur zwei der vier vorbereiteten Garnstränge. Aber so ist es mir allemal lieber als bei einem halbfertigen Projekt ohne Material da zu stehen.

Das Wavy Shuttle zu benutzen war zunächst eine Herausforderung. Mit etwas probieren stelle ich fest dass es am besten funktionierte den Faden erst einmal mit der Kante nach unten zu schieben, das Fach zu wechseln und dann nochmal nachzuschieben.

Der Anfang war vielversprechend und die Farben passten wunderbar. Allerdings fiel mir schon beim Weiterrollen der Kette auf dass die Wellen im aufgerollten Gewebe nicht mehr so deutlich hervorstanden.

Auf diese Art zu Weben war deutlich langsamer als selbst das Benutzen des normalen Gatterkamms. Geschätzte sechs Stunden brauchte ich für diesen Schal.

Nachdem das Gewebe abgenommen war bestätigte sich mein erster Eindruck. Sobald die Kettspannung nicht mehr da war, waren auch die Wellen weniger wellig. Waschen änderte am Gesamteindruck nicht mehr viel.

Am Ende war der Schal etwas kürzer als mir lieb gewesen wäre. Hätte ich gewusst dass so viel Kettgarn übrig bleiben würde hätte ich die Kette etwas länger gemacht.

Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden? Ja und Nein. Die Farben und die Haptik des Schals sind schön, und ein leichter Welleneffekt ist erkennbar, aber ich hatte mehr erwartet. Leider bin ich mir nicht sicher was ich verändern kann um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.


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