Fäden und mehr….Threads and more

Spitzen Ergebnisse…

Als mir das Weaver’s Book of 8-Shaft Patterns über den Weg lief konnte ich nicht Wiederstehen. Die Auswahl an Webmustern kann nie groß genug sein. Beim Stöbern im Buch zog mich ein Kapitel besonders in seinen Bann. Huck and Huck Lace. Die Muster sahen faszinierend aus und schrieen danach ausprobiert zu werden.

Aber was ist Spitze (lace) ? Laut Duden handelt es sich um ein “in unterschiedlichen Techniken aus Fäden hergestelltes Material mit kunstvoll durchbrochenen Mustern.” Und diese durchbrochenen Muster waren was mich faszinierte. Bei Huck Lace wird das durchbrochene Muster dadurch erzeugt, dass bestimmte Kett- und Schussfäden über anderen “flottieren”. Das ganze wird dabei durch Zwischenschuss in einfacher Leinwandbindung zusammengehalten.

Als Grundprinzip wird bei diesen Geweben das Muster durch die Struktur und nicht etwa unterschiedliche Farben erzeugt. Wie gut das funktioniert hat werden wir später sehen.

Bei der Planung dieses Projektes ging ich die Muster im Buch durch und stellte fest dass einige den selben Fadeneinzug hatten. Nur Trittfolge und Verschnürung unterschieden sich. Ich erstellte eine Liste mit allen Mustern die sich mit diesem Einzug weben ließen.

Im Buch wurde explizit der Gebrauch als Handtücher erwähnt, und an Geschirrtüchern hatte ich schon einiges ausprobiert. Ich beschloss einen Testlauf zu starten.

Ich nahm vorherige Projekte als Vorbild und strebte Maße von 40 x 60 cm an. Ich hatte irgendwann einmal einen Schrumpffaktor von 18% errechnet, daher versprach eine Webbreite von 50 cm das gewünschte Resultat. Ich übernahm die Fadendichte von 8 pro cm von einem vorherigen Versuch. Um genug Raum zum experimentieren zu haben wählte ich eine Kettlänge von 10 m. Diese Entscheidung sollte ich später bereuen.

Ich hatte noch ein weißes Baumwolle/Leinen Garn in meinem Vorrat welches sich für dieses Experiment anbot.

Nachdem der Webstuhl eingerichtet war, begann ich mit Muster Nr. 650 und webte eine Länge von 70 cm. Das Muster sah auf dem Webstuhl vielversprechend aus, aber um sicher zu gehen dass ich mich nicht komplett auf dem Holzweg befand nahm ich das Stück ab um zu sehen wie es nach dem Waschen aussehen würde.

Das Ergebnis war ernüchternd. Das Muster war durch das Einlaufen kaum noch zu erkennen. Die Struktur welche durch das unterschiedliche einlaufen der verschiedenen Stellen entstanden war machte zwar einen brauchbaren Eindruck für ein Handtuch, aber die Optik war einen Enttäuschung.

Etwas demotiviert machte ich mich an weitere Muster. Ich versuchte auch einen dünneren Schussfaden zu nehmen und probierte farbiges Schussgarn aus. Dabei ließ ich die Stücke auf dem Webstuhl ohne die Ergebnisse weiter zu kontrollieren. Dies sollte sich als Fehler herausstellen.

Ich hatte die meisten der rausgesuchten Muster ausprobiert, als der Basar an der Schule meines Kindes immer näher rückte. Ich hatte wenig Hoffnung mit diesem Projekt etwas präsentables zu erzielen, und hatte immer noch mehrere Meter Kette übrig.

Ich wollte den Webstuhl möglichst schnell frei bekommen und begann damit Reste von Handgesponnenem Wollgarn zu verweben, in der Hoffnung damit noch etwas brauchbares anstellen zu können. Danach webte ich die restliche Kette in einfacher Leinwandbindung ab.

Nachdem ich die Geschirrhandtücher fertig gestellt hatte, sah ich meine Befürchtungen bestätigt. Die meisten Muster waren kaum zu erkennen und die Tücher sahen insgesamt ziemlich langweilig aus. Zu allem Überfluss musste ich feststellen dass ein Teil des Schussgarns, aus welchem Grund auch immer, gelbliche Verfärbungen auswies. Bei der Arbeit war dies nicht aufgefallen, aber unter Sonnenlicht waren die Verfärbungen deutlich zu sehen.

Und da ich das Problem beim Weben nicht bemerkt hatte, waren Spulen mit und ohne Verfärbung durcheinander gemischt und als Schuss verarbeitet worden.

Im Nachhinein kann ich sagen dass es besser gewesen wäre die Ergebnisse zwischendurch zu kontrollieren. Der eine Versuch mit dünnerem Garn sah besser aus als das gleiche Muster mit dem Kettmaterial gearbeitet. Und hätte ich dieses bei allem Versuchen benutzt wäre mir das Desaster mit dem verfärbten Garn erspart geblieben.

mit dünnem Garn

Wenn dieses Projekt eins war, dann war es lehrreich. Vielleicht probiere ich irgendwann nochmal verschiedene Variationen aus, aber erst mal muss ich die Dinge verdauen die hier schief gelaufen sind.

Einige Muster vor…..

….und nach dem waschen.

Ein Lichtblick blieb am Ende doch. Aus den Stücken die ich gewebt hatte um den Webstuhl frei zu bekommen konnte ich eine brauchbare Tasche nähen. So konnte ich damit experimentieren meine gewebten Stoffe zu nähen, und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen.


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