Der natürliche Feind eines spannenden Projektes ist oft das nächste Projekt das nur darauf wartet ausprobiert zu werden. Manchmal ist die Versuchung der neuen Idee so groß, dass andere halb vollendet in Vergessenheit geraten.
Ungefähr so erging es dem Sockenexperiment mit dem ich diesen Blog gestartet hatte. Hatte ich im ersten Beitrag noch eine Fortsetzung versprochen, rückte diese immer mehr in den Hintergrund. Ein Socken war lange fertig, doch der zweite blickte mich immer wieder traurig aus seinem Körbchen an, während ich mit anderen Dingen beschäftigt war.
Das war zumindest ein Grund. Ein weiterer war das Garn, welches stark abfärbte. Manchmal, wenn man keine Lust auf blaue Finger hat, wählt man eben das Projekt welches weniger Spuren hinterlässt.
Dazu kam, dass das Stickmuster welches ich mir ausgesucht hatte relativ kompliziert war, und ich daher immer wieder im Buch nachschauen musste, um zu wissen was als nächstes dran war. Dadurch eignete sich dieses Projekt natürlich nicht um irgendwohin mitgenommen zu werden um z.B. Wartezeiten zu überbrücken.
Aber nun zum Wesentlichen. Zur Erinnerung, der Plan war verschiedene Garne zu spinnen um zu sehen mit welchen Socken am längsten halten würden bevor die ersten Löcher in Erscheinung traten.
Im ersten Versuch hatte ich süddeutsche Merinowolle verarbeitet, und einen Strang dabei für ein weiteres Experiment gefärbt. Aus diesem sollten nun im zweiten Versuch Socken werden.
Ich wählte dieses Mal die Najavo Technik. Dabei werden nicht zwei Fäden miteinander verzwirnt, sondern ein Faden wird durch eine Kette von Schlaufen gezogen und so mit sich selbst verwirbelt.





Durch diese Technik entsteht ein Dreifachgarn. Außerdem bleiben Farbverläufe besser erhalten, da Farbsequenzen immer mit sich selber verzwirnt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei dieser Art des Verzwirnens der gesamte, gesponnene Faden verarbeitet werden kann, ohne dass eventuelle Reste entstehen. Durch das Dreifachgarn versprach ich mir eine höhere Belastbarkeit.
Das entstandene Garn sah vielversprechend aus, und musste nur noch zu Socken verarbeitet werden.

Dieses Mal wählte ich das Model “Flechtwerk” aus Manuela Burkhardts Buch. Wie oben schon erwähnt stellte sich das Muster als ziemlich herausfordernd heraus. Ich konnte mir die Abfolge einfach nicht merken. Leider kam auch das Flechbandmuster das entstehen sollte mit meinem Garn nicht ganz so schön zur Geltung.

Beim ersten Socken lernte ich die Lektion mit der errechneten Maschenzahl nicht zu geizen. Der Socken ist eigentlich zu klein, und lässt sich nur mit Mühe auf den Fuss ziehen. Das wird sicher die Haltbarkeit des Garns auf die Probe stellen. Daher entschloss ich mich tatsächlich für den zweiten Socken mehr Machen anzuschlagen.
Was mir sehr gut gefällt ist, dass der Farbverlauf durch das Navajogarn als Streifen erscheint. Ich kann mir vorstellen dass dieser Effekt bei unterschiedlichen Farben zu interessanten Ergebnissen führen könnte.
Vielleicht beim nächsten Experiment.
Nun ist die Zeit für warme Socken erst Mal vorbei, so dass die Ergebnisse dieses Experiments wohl auf den nächsten Winter warten müssen. Aber vielleicht hat sich das Kandidatenfeld bis dahin ja erweitert.
