Woll-Adventskalender Teil 2
Da hat das Jahr kaum begonnen, uns schon ist es Mai und die Wolle aus dem Adventskalender liegt immer noch ungesponnen in ihrem Karton. Höchste Zeit eine Aufholjagd zu starten und an diesem Zustand etwas zu ändern.
2022-03 Coburger Fuchs:

Coburger Fuchs Wolle hatte ich vor einiger Zeit schon mal in der Hand, also war dies keine völlige Unbekannte mehr. In den beigen Grundton mischen sich bei dieser Wolle rötliche Härchen.
Das gibt zwar einen interessanten farblichen Effekt, aber leider machen die Härchen die Wolle in gesponnenem Zustand relativ kratzig. Für Dinge die auf der Haut getragen werden ist diese Wolle also nicht zu empfehlen.
2022-04 Tencel

Als ich diese Faser das erste mal aus ihrem Tütchen nahm, dachte ich es könnte Seide sein. Die Auflösung des Kalenders zeigte jedoch dass es sich um Tencel handelt. Etwas Recherche ergab dass Tencel aus Zellulose industriell hergestellt wird.
Da ich bevorzugt mit natürlichen Fasern arbeite hatte ich hiervon bisher nur gehört, mich aber nie näher mit diesem Material beschäftig. Nähere Begutachtung bringt mich zu dem Schluss dass diese Faser sich wahrscheinlich besser dazu eignet mit anderen gemischt verarbeitet zu werden. Da ich derzeit nicht die Möglichkeit habe mich diesem Experiment zu widmen, stelle ich diese Faser erst mal zurück.
2022-05 Skandinavische Bergwolle


Die Färbung dieser Wolle gefiel mir auf Anhieb gut. Ich mag Naturfarben mit Eigencharakter und diese Wolle hat einen sehr schönen Creme Farbton.
Allerdings fielen auch sofort die herausstehenden Härchen auf. Schnell war klar dass diese Wolle fein gesponnen nicht zur Geltung kommen würde.
Ich bemühte mich also möglichst locker und flauschig zu spinnen, was auch überraschend gut gelang. Herausgekommen ist ein optisch schönes Garn, was allerdings auf Grund der herausstehenden Haare nicht geeignet ist um zu Irgendetwas verarbeitet zu werden das am Körper getragen wird.
2022-06 südamerikanische Wolle

Diese Wolle gefiel mir auf Anhieb gut. Ein schöner Braunton mit viel Charakter, feine, dünne Fasern, das erschien vielversprechend.
Dieser Eindruck bestätigte sich beim Spinnen. Die Wolle ließ sich ohne Probleme spinnen. Es entstand ein schönes, gleichmäßiges Garn, mit nur wenig herausgehenden Härchen.
Für Schals und dergleichen dürfte das Garn etwas zu grob sein, aber als Stricktier wird es sich sicher gut machen.

2022-07 & 2022-14 Alpaka naturweiß & naturfarben


Ein Blick auf meine Liste zeigte mir dass sowohl Nr. 7 als auch Nr. 14 Alpaka enthielten. Da kam mir der Gedanke beide zusammen zu verarbeiten. Allerdings zeigte schon der erste Blick dass die beiden Fasern keineswegs gleich waren.
Die naturweiße Probe (Nr.7) hatte deutlich längere, dickere Fasern als das feine Naturbraun (Nr.14). Auch beim Kardieren zeigte sich dieser Unterschied deutlich. Das weiß bliebt deutlich stärker in der Kardiermaschine hängen.
Ich fütterte beide Fasern nach Gefühl in die Kardiermaschine um eine einigermaßen gleichmäßige, aber doch nicht völlig homogene Mischung zu erhalten. Heraus kam ein Vlies, dem die unterschiedlichen Fasern noch deutlich anzusehen waren.


Das Spinnen stellte dann eine Herausforderung dar. Ich weiß nicht ob es am kandieren lag, oder an den Eigenschaften der Fasern, aber ich war jedes Mal völlig mit Haaren bedeckt.
Und auch beim Ausziehen der Fasern waren die Unterschiede deutlich zu spüren. Das weiß “flutschte” relativ gut, während das Braun immer wieder deutlich auseinander gezogen werden wollte.
Die weißen Haaren waren auch im fertig verzwirnten Garn deutlich zu sehen, dennoch war das Garn erstaunlich weich. Ich würde es zwar nicht für einen Schal oder ähnliches empfehlen, aber es hat definitiv einen angenehmeren Griff als der erste Blick vermuten lässt.
Das durch das Mischen entstandene Garn ist optisch interessant, aber ich vermute dass besonders die braune Faser alleine besser zur Geltung gekommen wäre.


2021-14 Merinokammzug multicolor

Zu guter letzt soll auch der Vorjahres-Adventskalender nicht unerwähnt bleiben. Dieses Mal hatte ich den Merinokammzug multicolor in wunderschönen Rottönen in den Händen.
Gesponnen habe ich diesen wieder mit dem Tanzenden Dervish. Daher nahm dieser Strang wieder ziemlich viel Zeit in Anspruch, da das Vorankommen mit diesem Werkzeug doch recht langsam von statten geht.
Das Ergebnis war ein sehr schöner, fein gesponnener Strang Garn, der Lust darauf macht über ein passendes Projekt nachzudenken.
