Woll-Adventskalender Teil 1
Seit mehreren Jahren gehört der Woll-Adventskalender von Das-Wollschaf fest zu meinem Vorweihnachtlichen Ritual. Neben der täglichen Spannung die jeder Adventskalender mit sich bringt ist es auch jedes Jahr wieder eine schöne Möglichkeit neue Fasern kennen zu lernen, oft welche die ich sonst nie in die Finger bekommen hätte.
Doch jedes Jahr stellt sich das selbe Problem ein. Die schönen Wollproben wandern nach dem Auspacken wieder in ihr Tütchen, und liegen oft sehr lange da, darauf wartend versponnen zu werden.
So auch in diesem (oder sollte ich besser sagen letztes?) Jahr. Vom Kalender 2022 war bis Weihnachten kein einziges Tütchen verarbeitet worden. Und die Reste von 2021 lagen auch immer noch in ihrem Karton.
Also rief ich für 2023 die Mission aus jeden Monat zwei Tütchen aus dem 2022er Kalender und eins aus dem von 2021 zu verspinnen. Damit sollte dann bis Dezember alles verarbeitet sein.
Wer jetzt das Datum dieses Post studiert wird merken, dass dieser Plan schon von Beginn an nicht ganz so lief wie gedacht. Die ersten drei Wollproben brauchten länger um zu Garn zu werden als geplant. Mal sehen on sich dieser Rückstand über das Jahr aufholen lässt.
Aber hier sind nun endlich die drei Kandidaten für Januar.
2022-01 Europäische Wolle – beige braun


Tütchen Nr. 1 verriet mir nicht mehr als dass es sich um naturfarbene, europäische Wolle handelte. Die Wolle war eher robust als flauschig, ließ sich aber gut und flüssig spinnen. Im Strang befanden sich ein paar Verunreinigungen, die sich aber meist recht schnell entfernen ließen.
Ich spinne meistens ziemlich dünn, und so fielen auch hier die Singles ziemlich fein aus. Durch das verzwirnen entstand ein recht dünnes Garn, welches sich jedoch immer noch gut zum Stricken eignen dürfte.
Dies testete ich gleich an ein paar Waldorfhühnern aus. Anleitung hier

2022-02 Italienische Wolle – naturbeige


Auch bei Tüte zwei hatte ich nicht mehr Angaben als Italienische Wolle. Es war offensichtlich dass sich zwischen den Fasern einige glatte, steife Härchen befanden. Nach meiner Erfahrung stehen diese bei dünn und glatt gesponnenem Garn meist störend raus.
Daher versuchte ich dieses Mal mein bestes um ein etwas fluffigeres Garn zu spinnen. Dazu benutzte ich die Technik die Wolle beim Spinnen über den Finger zu falten, so dass die Fasern etwas “unordentlicher” eingezogen werden.
Da diese Art zu spinnen mir nicht ganz so liegt, wurde der Faden zunächst etwas ungleichmäßig. Das glich sich beim Verzwirnen jedoch einigermaßen aus, so dass am Ende doch ein brauchbares Garn entstand.
Ein passendes Projekt sprang mich zunächst nicht an, aber irgendwann wird sich sicher auch für dieses Garn eine Verwendung finden.
2021-13 Merinokammzug Multicolor Einhorn



Bei meinem letzten Kandidaten, dem Merinokammzug “Einhorn” entschied ich mich meinen tanzenden Derwisch zu benutzen. Ich hatte diese Spindel ursprünglich gekauft um für eine Geschichte das Spinnen mit einer in einer kleinen Schale laufenden Spindel zu beschreiben. Aber schnell entwickelte sich diese Spindel zu einem meiner Lieblingswerkzeuge.
Mit dieser Spindel lassen sich wunderbar dünne Fäden spinnen. Diese Arbeit dauert zwar wesentlich länger als mit dem Spinnrad, aber das Ergebnis ist meist die Mühe wert. Außerdem lässt es sich auf diese Weise gut mal eben zwischendurch spinnen.
Beim Spinnen von Kammzügen mit mehreren Farben hat es sich als vorteilhaft erwiesen die Wolle über den Finger gefaltet zu spinnen. So laufen die Farben nach und nach in den Fäden und “matschen” nicht zu sehr zusammen.
Am Ende wurde ich mit einem schönen, feinen, lebhaften Garn belohnt. Der tanzende Derwisch wird bestimmt wieder zum Einsatz kommen wenn ich für ein Projekt ein fein gesponnenes Garn brauche.
Und beim nächsten Mal wird endlich gewebt….
